Unser Selbstverständnis

(Auszug aus unserem Schulleitbild)

"Wir arbeiten an einem Klima von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung, Anerkennung, Rücksichtnahme und Freundlichkeit zusammen."

"Das Lernen organisieren wir als einen gemeinsamen Prozess der Ermutigung, die eigenen Begabungen zu erkennen und auszubauen sowie Basisqualifikationen zum Fundament für lebenslange Lernbereitschaft und -fähigkeit werden zu lassen."

Für uns bedeuten diese Sätze, dass nicht nur alle Kinder, die uns anvertraut werden, in ihrer Individualität wahrgenommen, wertgeschätzt und gemäß ihrer Stärken gefördert werden. Sie prägen darüber hinaus unser kollegiales Arbeiten und Miteinander im Schulalltag. Unser Schulleitbild hat uns bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention Orientierung gegeben. Die Luisenschule ist eine inklusive Schule, das heißt, beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder lernen gemeinsam. Wir verstehen Inklusion gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention als gesamtgesellschaftlichen Prozess, zu dem Schule einen Beitrag leisten kann und soll.

Fakten

Im Schuljahr 2014/2015 richtete die Luisenschule als erstes Gymnasium in Mülheim an der Ruhr eine inklusive Klasse ein. Zurzeit (Schuljahr 2017/2018) gibt es an der Luisenschule vier Inklusionsklassen.

In den Klassen 5a, 6a, 7a und 8a lernen höchstens 26 Kinder pro Klasse mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf zusammen. In fast jeder Klasse gibt es Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprache und/oder körperliche Entwicklung. Es gibt Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die zieldifferent unterrichtet werden.

Zieldifferent bedeutet, dass die Leistungen dieser Schülerinnen und Schüler nicht mit den Maßstäben des Gymnasiums gemessen werden, dass grundsätzlich andere Leistungsanforderungen gestellt werden und dass sie das Abitur nicht anstreben.

Es gibt auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, welche zielgleich unterrichtet werden. Das bedeutet, sie bekommen die gleichen Aufgaben, müssen die gleichen Klassenarbeiten schreiben und streben als Schulabschluss das Abitur an.

An unserer Schule gibt es drei Sonderpädagogen. Jede Klasse wird von einer sonderpädagogischen Lehrkraft unterstützt.

Die Klassenräume der Klassen 5a und 6a liegen im D-Gebäude nebeneinander. Gegenüber den Klassenräumen befindet sich ein dritter Klassenraum mit Computerarbeitsplätzen, Lernnischen, Gruppentischen und einer Minibibliothek.

Der Klassenraum der Klassen 7a und der 8a befinden sich, wie alle Mittelstufenklassen, im B-Gebäude der Luisenschule. Auch der Nebenraum dieser Klassen ist mit zusätzlichen Computertischen, speziellem Lehrmaterial sowie einer Lehrküche für Werkunterricht ausgestattet.

Praxis

FRAGE: „Wie kann das denn gehen?“

ANTWORT: Das werden wir oft gefragt. Mittlerweile, nachdem wir Erfahrung in zwei inklusiven Klassen sammeln konnten (und immer noch sammeln!), können wir sagen: „Es funktioniert!“

Unser Ziel ist es, möglichst viel gemeinsam zu unterrichten und möglichst wenig zu trennen. Das ist zum Beispiel durch Binnendifferenzierung möglich: Alle beschäftigen sich mit dem gleichen Inhalt wie z.B. Märchen oder Bruchrechnung, bearbeiten dabei aber Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die anwesende sonderpädagogische Lehrkraft begleitet und unterstützt die Lernprozesse aller Kinder genauso, wie der Fachlehrer/die Fachlehrerin.

Manchmal müssen wir trennen. Beispiel Englischunterricht: In der Fremdsprache ist die sprachliche Progression allein schon durch die Unterrichtssprache gerade in Klasse 5 und 6 so hoch, dass gemeinsames Lernen zwar punktuell, aber nicht kontinuierlich möglich ist.

Eine häufige Sorge der Eltern von Regelkindern: „Wird mein Kind in einer Inklusionsklasse überhaupt angemessen gefordert und gefördert?“

ANTWORT: Ja. Die so genannten Regelkinder (= Kinder ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf), die eine Inklusionsklasse besuchen, werden nicht in ihrem Lernfortschritt gebremst. Sie können, im Gegenteil, ihr Potenzial voll entfalten und so vom gemeinsamen Lernen profitieren.

Gründe
  • Die Klassen sind kleiner (ca. 25 Kinder).
  • In vielen Stunden sind mindestens zwei Lehrkräfte im Klassenraum anwesend, die sich um alle (!) Schülerinnen und Schüler kümmern.
  • Auf Grund der Heterogenität der Klassenzusammensetzung finden vermehrt offene und/oder kooperative Unterrichtsformen statt, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihr Lerntempo und ihre Lernprozesse individuell mitzusteuern. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler profitieren so z.B. von Zusatzaufgaben im Rahmen eines Stationenlernens.
  • Uns Lehrkräften ist wichtig, dass sich jede Schülerin/ jeder Schüler angenommen fühlt. In den Klassen, in denen beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, ist die Lernatmosphäre geprägt von Toleranz, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Diese Atmosphäre fördert das Lernen.