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In regelmäßigen Abständen treffen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer. Auch noch im Dienst befindliche Kolleginnen und Kollegen lassen sich gerne sehen und freuen sich darauf alte Erinnerungen aufleben zu lassen.

Non scholae sed vitae

Man schreibt das Jahr 1966. Der Benzinpreis liegt bei 0,55 DM, der Butterpreis/ kg bei 7,60 DM, der durchschnittliche Monatslohn bei 552,80 DM/ Monat. Bundeskanzler Erhard tritt zurück, in China beginnt die Kulturrevolution, die deutsche Fußball Nationalmannschaft verliert im Wembley Stadion das WM Endspiel gegen England, Beatles und Rolling Stones sind auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, in den Studentenzimmern ist kein Damen/Herrenbesuch gestattet, die Antibabypille wird sehr zögerlich und nur verheirateten Frauen verschrieben. Gleichzeitig jedoch nimmt die Bewegung Fahrt auf, die später als die ´68er bezeichnet wird, zeichnet sich der Prager Frühling ab, die Jugend beginnt  sehr sichtbar in Mode und Geschmack nach vorn zu drängen, der Muff soll raus.

Die 19 adretten  Schülerinnen, die am 2. November ihr Abitur an der Luisenschule ablegen, dem „Städtischen Neusprachlichen Mädchengymnasium und Gymnasium für Frauenbildung zur Erlangung einer fachgebundenen Hochschulreife“, wohnen bisher wohlbehütet in ihren Mülheimer Elternhäusern und können es kaum erwarten, die Welt „da draußen“ zu erkunden. „Non scholae sed vitae discimus“ ist ihnen von den meist gestrengen Lehrerinnen und Lehrern  immer wieder zugerufen worden. Für das kommende Leben also haben sie 12,5 Jahre lang gelernt. Ihr Abijahr von April bis November 66 ist das erste von zwei Kurzschuljahren, ein Turbojahrgang! Vorausgegangen sind vier schriftliche Prüfungen in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch/Latein, vorausgegangen bange Wochen des Wartens und Ratens, in denen jede der Schülerinnen  während des Unterrichts  für sich das mündliche Prüfungsfach herauszufinden sucht, eine von neun Möglichkeiten.

2016_Goldenes_Abi

Doch bis zum Tage X und dem Aufruf vor die Prüfungskommission bleibt das Fach ein strenges Geheimnis, der Weg in den Prüfungsraum ein Gang mit zitternden Gliedern und geschockter Miene. Vergessen wird dieser nervenaufreibende Tag nie! Doch die jungen Damen fühlen sich reif, das Leben in diversen deutschen Universitätsstädten zu beginnen. Sie gehen ausnahmslos ins Studium der Psychologie, Soziologie und Pädagogik/ Lehramt,  der Germanistik und Sprachwissenschaft,  der Biologie und Pharmazie, der Tier- und Zahnmedizin. Alle werden berufstätig und entwickeln sich zu einer weitaus selbstbewussteren und unabhängigeren Generation als die ihrer Mütter.

Die 15 Ehemaligen, die sich zum Goldenen Abitur treffen und sich teilweise jahrzehntelang nicht gesehen haben, erinnern sich oft noch mit Bauchschmerzen an die „Luise“ , wie Frau Ute Meier,  die stellvertretende Schulleitern, die Luisenschule heute charmant nennt.  Sie nimmt sich viel Zeit und führt durch das frisch renovierte Gebäude, das sich in seiner baulichen Außenhülle kaum verändert hat, aber innen doch deutlich die Zeichen der Zeit z.B. mit großer Aula, moderner naturwissenschaftlicher Ausrüstung, mit Computerraum und Bistro aufweist. Anerkennung für das Neue,  aber auch manch intensive Erinnerung werden wach. Die Sitzordnung im alten Klassenraum wird auch nach 50 Jahren problemlos nachvollzogen. Und riecht es nicht doch noch ein bisschen wie früher?

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Nach dem Rundgang werfen die Jubilarinnen manchmal verwundert, doch schmunzelnd einen Blick in die Mappe mit ihren Abitur- Deutscharbeiten über Golo Mann, Kästner und  Marie-Luise Kaschnitz. Im nett geschmückten Klassenraum berichtet Frau Meier über die Schwerpunkte der Schule und über die Ernennung zur NRW Sportschule. Sofort gehen die Gedanken zurück zum eigenen Sportunterricht in unförmigen kurzen blauen Pumphosen und den sonderbaren Flügelhemdchen, die bloß keine figürlichen Vorzüge zeigen sollten. Ja, und lange Hosen durften in den ersten Jahren auch nicht getragen werden, in Ausnahmefällen im Winter mit einem Rock drüber, basta! Strenge Sitten, strenge Regeln von eher unnahbaren Lehrern! Eher selten bekommt man so etwas wie pädagogisches Einfühlungsvermögen zu spüren. Die Erinnerungen sind daher weniger von Jubel geprägt als von Nostalgie, die Freude am Wiedersehen mit den alten Mitschülerinnen überwiegt deutlich.

Nach dem Schulbesuch geht es ins Museum Alte Post, das viele der Auswärtigen noch nicht kennen. Die Sammlung Ziegler, durch die der Kurator der Stiftung Dr. Michael Kuhlemann führt, begeistert alle. Gut erinnert man sich an die grandiose Neuigkeit vom Nobelpreis für den Leiter des Max-Planck- Instituts im Jahre 1963 und bewundert die großzügige Stiftung der Familie Ziegler mit wunderschönen Kunstobjekten. Seinen Ausklang findet das goldene Treffen in privater Umgebung mit viel  Gelächter und intensiven Gesprächen. Verglichen wird die Schulzeit vor 50 Jahren  mit der Schulausbildung  der Kinder und aktuell der Enkelkinder. Nein, früher war nicht alles besser!  Aber es wurde das Fundament einer guten klassischen Allgemeinbildung gelegt, auf dem alle Ehemaligen ihren Weg erfolgreich und sicher gehen konnten.

Noch ein Tipp: Man muss nicht jahrzehntelang und bis zu einem „runden“ Jahrestag warten, um die „Luise“ zu besichtigen. Der interessante Rundgang kann auch gern außerhalb eines Ehemaligentreffens stattfinden.

Chrisel Riebartsch


Hier der Link zu der Seite des Ehemaligen Michael Götting, eine Seite, die vor allem die 70er wieder in Erinnerung bringt und sehr liebevoll und aufwändig gestaltet wurde.

Link: http://www.oetty.com/Schule/Luisenschule/

 

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