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Inklusion an der Luisenschule PDF Druckbutton anzeigen?

Unser Selbstverständnis:

Anbei möchten wir Ihnen einen Auszug aus unserem Schulleitbild vorstellen:

"Wir arbeiten an einem Klima von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung, Anerkennung, Rücksichtnahme und Freundlichkeit zusammen."

und:

"Das Lernen organisieren wir als einen gemeinsamen Prozess der Ermutigung, die eigenen Begabungen zu erkennen und auszubauen sowie Basisqualifikationen zum Fundament für lebenslange Lernbereitschaft und -fähigkeit werden zu lassen."

Für uns bedeuten diese Sätze, dass nicht nur alle Kinder, die uns anvertraut werden, in ihrer Individualität wahrgenommen, wertgeschätzt und gemäß ihrer Stärken gefördert werden. Sie prägen darüber hinaus unser kollegiales Arbeiten und Miteinander im Schulalltag. Unser Schulleitbild hat uns bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention Orientierung gegeben. Die Luisenschule ist eine inklusive Schule, das heißt, beeinträchtigte und nicht  beeinträchtigte Kinder lernen gemeinsam. Wir verstehen Inklusion gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention als gesamtgesellschaftlichen Prozess, zu dem Schule einen Beitrag leisten kann und soll.

Die Fakten:

Im Schuljahr 2014/2015 richtete die Luisenschule als erstes Gymnasium in Mülheim an der Ruhr eine inklusive Klasse ein. Zurzeit (Schuljahr 2016/2017) gibt es an der Luisenschule drei Inklusionsklassen.

In der 5a lernen 24 Kinder gemeinsam, davon haben 7 Kinder einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen und/ oder emotionale und soziale Entwicklung und/oder körperliche und motorische Entwicklung und/oder Sprachliche Qualifikation. Von diesen 7 Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf lernen 4 Kinder zieldifferent.

"Zieldifferent" bedeutet, dass die Leistungen dieser Kinder nicht mit den Maßstäben des Gymnasiums gemessen werden, dass grundsätzlich andere Leistungsanforderungen gestellt werden und dass sie das Abitur nicht anstreben. Drei Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in der 5a werden zielgleich unterrichtet. Das bedeutet, sie bekommen die gleichen Aufgaben und müssen die gleichen Klassenarbeiten schreiben und streben als Schulabschluss das Abitur an. Die 5a wird mit halber Stelle von einer sonderpädagogischen Lehrkaft unterstützt.

In der 6a lernen 22 Kinder gemeinsam, davon 6 Kinder mit dem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Lernen und/oder emotionale und soziale Entwicklung. Von diesen 6 Kindern wird ein Kind zielgleich unterrichtet. In der 6a werden die Kinder ebenfalls mit einer halben Stelle von einer sonderpädagogischen Lehrkraft unterstützt.

In der 7a befinden sich 24 Kinder im Gemeinsamen Lernen, davon 5 mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen  und/oder Emotionale und Soziale Entwicklung und/oder Geistige Entwicklung. Die 5a und die 6a liegen im D-Gebäude nebeneinander. Gegenüber den Klassenräumen befindet sich ein dritter Klassenraum mit Computerarbeitsplätzen, Lernnischen, Gruppentischen und einer Minibibliothek. Die 7a ist wie alle anderen Mittelstufenklassen auch im B-Gebäude untergebracht. Neben dem Klassenraum befindet sich auch hier ein weiterer Differenzierungsraum.

Die Praxis:

Frage: "Wie kann das denn gehen?"
Antwort: Das werden wir oft gefragt. Mittlerweile, nachdem wir Erfahrung in zwei inklusiven Klassen sammeln konnten (und immer noch sammeln!), können wir sagen: "Es funktioniert!"

Unser Ziel ist es, möglichst viel gemeinsam zu unterrichten und möglichst wenig zu trennen. Das ist zum Beispiel durch Binnendifferenzierung möglich: Alle beschäftigen sich mit dem gleichen Inhalt wie z.B. Märchen oder Bruchrechnung, bearbeiten dabei aber Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die anwesende sonderpädagogische Lehrkraft begleitet und unterstützt die Lernprozesse aller Kinder genauso, wie der Fachlehrer/die Fachlehrerin.

Manchmal müssen wir trennen. Beispiel Englischunterricht: In der Fremdsprache ist die sprachliche Progression allein schon durch die Unterrichtssprache gerade in Klasse 5 und 6 so hoch, dass gemeinsames Lernen zwar punktuell, aber nicht kontinuierlich möglich ist.

Eine häufige Sorge der Eltern von Regelkindern: "Wird mein Kind in einer Inklusionsklasse überhaupt angemessen gefordert und gefördert?"

Antwort: Ja. Die so genannten Regelkinder (= Kinder ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf), die eine Inklusionsklasse besuchen, werden nicht in ihrem Lernfortschritt gebremst. Sie können, im Gegenteil, ihr Potenzial voll entfalten und so vom gemeinsamen Lernen profitieren.

Die Gründe:

  • ----> Die Klassen sind kleiner (ca. 25 Kinder).
  • ----> In vielen Stunden sind mindestens zwei Lehrkräfte im Klassenraum anwesend, die sich um alle (!) Kinder kümmern.
  • ----> Auf Grund der Heterogenität der Klassenzusammensetzung finden vermehrt offene und/oder kooperative Unterrichtsformen statt, die den Kindern die Möglichkeit geben, ihr Lerntempo und ihre Lernprozesse individuell mitzusteuern. Leistungsstarke SchülerInnen profitieren so z.B. von Zusatzaufgaben im Rahmen eines Stationenlernens.
  • ----> Uns Lehrkräften ist wichtig, dass sich jedes Kind angenommen fühlt. In den Klassen, in denen beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder gemeinsam lernen, ist die Lernatmosphäre geprägt von Toleranz, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Diese Atmosphäre fördert das Lernen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Beatrix Vogt, Inklusionskoordinatorin (0208-300469)

 

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